Aladin: "Zauberkraft beim Fussball"

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Das Theater Anadolu zeigt „Aladin und gestohlene Wunderlampe“ in der Bühne der Kulturen

„Kommen die aus Türkenland?“ und „Warum brauchen die Frauen hier drinnen ein Kopftuch?“ möchte Lina, die mit ihren vier Jahren am liebsten pausenlos Fragen stellt, über die anderen Zuschauer wissen.

Auch an diesem Nachmittag herrscht ein buntes Treiben aus verschiedenen Sprachen und Kulturen in der Bühne der Kulturen. „Aladin und die gestohlene Wunderlampe“ ist die erste Produktion des neugegründeten Theater Anadolu. Der Regisseur Aydin Isik, ein cooler Typ in Jeans und Chucks, gerade mal 31 Jahre alt, schrieb auch den Text für die Fortsetzung der erfolgreichen Inszenierung „Aladin und die Wunderlampe“, die über hundertmal in Köln aufgeführt wurde. Alleine mit zwei Perser-Läufern, ein wenig orientalischer Musik, einer teppichbezogenen Bank und einer kleinen goldenen Wunderlampe lässt Aydin Isik die kleinen Zuschauer in die Welt aus 1001 Nacht schlüpfen.

Und sein moderner Aladin kann von Anfang an genauso in seinen Bann ziehen wie der aus dem klassischen Märchen: Aladin (Numan Sarrac) kommt vom Fusssball und erzählt seiner Prinzessin Akasya (Neda Larinezhad) erzweifelt, dass er Torwart war, aber der gute Dschinn aus der Wunderlampe hat ihn im Stich gelassen, so dass das Spiel 15:0 ausging. Die schöne Prinzessin schimpfte mit Aladin, er solle die Lampe nicht für seine eigenen Zwecke benutzen. Aladin stöhnt: „Was verstehen schon Frauen vom Fussball!“ Da müssen doch einige kleine Jungs aus dem Publikum kichern!

Zur gleichen Zeit erfährt im fernen gruseligen Schwarzwald die böse Hexe (Christine Gelder), dass es im Orient eine Wunderlampe gibt, die sie unbesiegbar machen kann. Auf ihrem schwarzen Zauberbesen macht sie sich auf nach Bagdad. Dort wurde unterdessen Akasya die Tasche mit ihren neuen Schuhen geraubt. Dieses Mal hilft der Dschinn. Die Tasche fliegt samt Schuhen von hinten auf die Bühne. Aladin beschwert sich, das nun wiederum Akasya den Dschinn für ihre Zwecke gebraucht habe. „Das ist was anderes“, findet die Prinzessin. Regisseur Aydin Isik wählt hier eine etwas platte Polarisierung der Geschlechter, die die Kinder aber anscheinend schon verstehen und echt witzig finden.

Auch die Schauspieler sind mit so viel Feuereifer dabei, dass es die Kinder kaum noch auf den Stühlen hält, als die Hexe im Orient ankommt und sich über die Namen und die Sprache wundert. Die kleinen Zuschauer rufen: „Das ist türkisch.“ Als die Hexe schließlich Akasya und Aladin kennenlernt, beginnt ein wildes Ringen und Rennen um die Wunderlampe, bei dem die Kinder mit lautstarken Hinweisen begeistert helfen. Schließlich haben Aladin und Akasya ihren Dschinn zurück, und die böse hexe sitzt eingefallen auf ihrem Stuhl. Ein Kind aus dem Publikum ruft der Hexe beherzt zu: „Was ist los? Bist du traurig?“ Ob sich die Hexe auch deshalb entschließt sich in Zukunft mit den guten Hexen zu treffen?

Und Aladin? Der macht, was er und nicht, was Akasya will, und nimmt am Schluss einfach die Wunderlampe wieder mit zum Fussball. Meine Tochter Lina, die dem Zauber von 1001 Nacht nach Aydin Isik offensichtlich erlegen ist, möchte hinterher wissen: „Warum war das so kurz?“

AKT 08, von Maren Steingross
Aladin und die gestohlene Wunderlampe
Aladin und Prinzessin Akasya im gruseligen Schwarzwald auf der Suche nach der bösen Hexe