Aladin: "Eine Hexe im Orient"

Von Hannah Schneider, 02.11.09, 19:32h

Im Ehrenfelder Arkadas-Theater läuft derzeit „Aladin und die gestohlene Wunderlampe“. Regisseur Aydin Isik hat ein 55-minütiges Meisterstück mit viel Bühnenaction zwischen Orient und einem Schwarzwälder Hexenhaus inszeniert.

Eigentlich lebt es sich für den Dschin in seiner Wunderlampe beim Prinzenpärchen Aladin und Akasya in Bagdad ganz entspannt. Viel zu tun hat der Wünsche-Erfüller nicht, muss hin und wieder mal einen Handtaschendieb stellen oder wird von Aladin heimlich als Glücksbringer zum Fußballspiel geschleppt.

Die Beschaulichkeit in der Theater-Anadolu-Produktion „Aladin und die gestohlene Wunderlampe“ hat allerdings abrupt ein Ende - als sich das orientalische Märchen im Arkadas-Theater mit einem ganz europäischen vermischt. Regisseur Aydin Isik lässt eine waschechte Hexe aus dem Schwarzwald Unruhe in die Geschichte aus dem Land der 1001 Nächte bringen. Die schwarzhaarige Magierin (Christine Gelder) hat es auf die Wunderlampe abgesehen - und macht sich auf in den Nahen Osten, um sie Aladin (Numan Sarrac) und Akasya (Neda Larinezhad) aus dem Regal zu klauen.

Keine langweilige Minute

Das Ganze geht mit viel komödiantischem Getöse über die Theaterbühne - es gibt wilde Verfolgungsjagden, Versteckspielereien, ein begriffsstutziges Kamel, der Szenenwechsel zwischen Bagdader Palast und dem Schwarzwälder Hexenhaus und ein tölpeliger Aladin, der schließlich doch noch zum Helden wird. Für das Publikum ab vier Jahren ist der witzig-alberne Trubel ohne moralischen Zeigefinger genau das Richtige - nie wird es langweilig in dem 55-minütigen Stück. Das detailreiche Bühnenbild, die passende Musik und authentische Kostüme katapultieren alle Zuschauer aus dem Ehrenfelder Theater für eine knappe Stunde in einen märchenhaften Orient, in dem Gefahr - mit Augenzwinkern - höchstens aus dem Schwarzwald droht.
Aladin und die gestohlene Wunderlampe
Prinzessin Akasya hat ihre eigenen Vorstellungen wie die Wunderlampe zu verwenden ist...